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MEERESSCHILDKRÖTEN

Unechte Karettschildkröte (Caretta caretta)

Hintergrundinformationen

Jedes Jahr im Sommer ist Hochsaison an den Südwest-Küsten der Türkei. Aber nicht nur Einheimische und Touristen aus ganz Europa liegen dicht gedrängt auf den Sandstränden. Einige Tausend Meeresschildkrötenweibchen der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) folgen ihrem Jahrtausende alten Instinkt und kommen zurück an die Strände, um hier zwischen Sandburgen, Sonnenschirmen und Liegestühlen ihre Eier abzulegen. Freiwillige Helfer verbringen jedes Jahr ihren Sommer in den Küstengebieten, um die Nistplätze der vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten so gut es geht zu schützen.

Die kilometerlangen Sandstrände sind wichtigste Brutgebiete für die Unechte Karettschildkröte im gesamten Mittelmeer. Alljährlich, von Ende Mai bis Anfang August, kommen die Schildkrötenweibchen im Schutz der Dunkelheit aus dem Meer, kriechen aus der Brandung auf den Strand, graben mit ihren Flossen flache Gruben in den Sand und legen ihre Eier ab. Das Ausbrüten der Eier besorgt dann die Sonne: Nach rund 50-60 Tagen schlüpfen die Jungen und krabbeln, ihrem Instinkt folgend, ins Meer ­ wenn nicht vorher Füchse, wildernde Hunde oder Katzen der Brut den Garaus machen.

Die Gefahren für die seltenen Meeresschildkröten sind vielfältig: Immer wieder verletzen Schnellboote die schwimmenden Tiere. Am Strand werden Sonnenschirme in den Sand gerammt und zerstören die empfindlichen Gelege. Liegestühle und illegale Strandbauten versperren den Weg zu Gelegeplätzen.

Lichtquellen, die nachts aufs Meer leuchten, stören Muttertiere bei der Eiablage und irritieren die geschlüpften Jungtiere auf ihrem kurzen, aber gefahrvollen Weg ins Meer. Auch Angelschnüre, Netze oder anderer Unrat, der am Strand häufig zu finden ist, kann für den Schildkrötennachwuchs tödlich sein. Die Tiere verfangen sich darin und gehen meist elendig zugrunde. Jene, die es bis ins Meer schaffen, sind hier keineswegs sicher. Die aus amerikanischen Gefilden eingeschleppte Blaue Krabbe ist nur einer der zahlreichen Fraßfeinde der Schildkrötenbabies.

Nach jahrelangen Bemühungen von Umwelt- und Tierschutzorganisationen wurde z.B. der Dalyan-Region zwar endlich ein Schutzstatus zuerkannt, doch die Schutzmaßnahmen werden meist nur mangelhaft überwacht. Dennoch leisten freiwillige Helfer aus der Türkei und ganz Europa vor Ort einen wichtigen Beitrag für das Überleben der Unechten Karettschildkröte. Jeden Morgen kontrollieren sie die Niststrände, markieren die Gelege und sorgen dafür, dass keine Badeutensilien die frisch geschlüpften Meeresschildkröten behindern. Denn an vielen der geschützten Strände lagern tagsüber Hunderte von Badegästen. Und nicht alle Urlauber wissen, dass sie neben den Nestern der Meeresschildkröten baden. Drahtkörbe sollen zwar die Nester am Strand schützen, doch trotz den deutlichen Hinweisen werden die Brutplätze immer mehr belagert. An Infoständen und während ihrer Strandpatrouillen bitten die Helfer um Rücksichtnahme. Für die oft schweißtreibende Tätigkeit erhalten die Helfer keine finanzielle Entschädigung. Dennoch ist diese praktische Tierschutzarbeit für die meisten spannender als jeder Urlaub.

> Loggerhead Turtles in Dalyan (english) (PDF, 184 kb)
> Steckbrief Caretta caretta (PDF, 88KB)


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Eiablage


Fressfeind der Schlüpflinge


Caretta caretta - Schlüpfling


geplündertes Nest


Schlüpflinge auf dem Weg ins Meer